St. Lamberti und die Wiedertäufer

Unmittelbar auf dem Prinzipalmarkt steht die Markt- und Stadtkirche St. Lamberti. Ihre Bekanntheit verdankt die zwischen 1375 und 1450 erbaute Hallenkirche durch die schauerlichen Geschichten um die drei Käfige oben am schlanken, neugotisch- feingliedrigen Turm. In ihnen hingen einst die Leichen der drei Anführer der Wiedertäufer-Bewegung.

Von der hochaufragenenden gotischen Kirche öffnet sich ein kleiner Platz, dessen Mittelpunkt der Lambertibrunnen bildet. Der Brunnen, der 1909 auf Initiative des Verkehrsvereins errichtet wurde, zeigt die Symbolfiguren des Lambertusfest: Bauer, Bäuerin, Magd und Kind.

St. Lamberti beherbergt das "höchste Dienstzimmer" Münsters, die Türmerstube. 1481 ist erstmals ein Türmer urkundlich erwähnt. Seine Aufgabe bestand darin, vom Lambertiturm Brände und feindliche Truppen zu melden. Nach mehreren Unterbrechungen hat Münster seit 1950 wieder einen Türmer, dessen Kupferhorn allnächtlich zu hören ist. 298 Stufen sind es hinauf zur Türmerstube, von der aus der Blick über die Giebeldächer der Altstadt, bis weit hinaus ins Münsterland geht.

Die Wiedertäufer

"Die Wiedertäufer erkoren 1534/35 Münster zur Hauptstadt ihres "Reiches". Der Prophet Jan van Leiden hatte sich zum König proklamiert und in Münster eine Schreckensherrschaft errichtet. Wer Leidens Anordnung nach Ablieferung seines Vermögens, Erwachsenentaufe und Vielweiberei - er selbst hatte 16 Frauen - nicht befolgte, wurde hingerichtet. In einem Blutbad ging schließlich auch das Wiedertäufer-Reich unter, als die bischöflichen Truppen 1535 die Stadt einnahmen.